Gagalogia - Der Newsletter aus der Klapsmühle


Nr.48/23.11.2003 Version 1.1 und Sicherheitspatch 2003.11.24

EU ohne Belgien EUR 3,00
Belgien ohne Brüssel EUR 3,50 (nur Finnische Euro-Prägung)
Brüssel ohne EU-Administration EUR 3,94 (nur Euro-Prägungen mit Rainier III)
EU-Administration ohne deutsche EU-Kommissare (nur Euro-Münzen mit Vatikanischer Prägung)
Deutsche EU-Kommissare ohne Günter Verheugen (ihre Seele)
Günter Verheugen zahlt mit seiner Brille.
Die Brille bekommt der Bettler vom Adenauer Platz, der durch die dicken Gläser seiner Brille nicht erkennen kann, dass er die selben Leute innerhalb von zwei Minuten schon mehrfach um 30 Cent gebeten.
Alle Anderen zahlen sechs Streifen goldgepresstes Latinum an die Ferengi


Richterliche Verfügung:
Auf Grund eines Eilantrages einer Initiative besorgter Eltern bei der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften wird hiermit festgestellt:

"Gagalogia - Der Newsletter aus Klapsmühle" wird als jugendgefährdend eingestuft. Der Newsletter darf bis auf Widerruf weder Personen unter 18 Jahren in irgendeiner Form zugänglich gemacht werden, noch darf dafür öffentlich geworben werden. Begriffe aus der Fäkalsprache wie zum Beispiel "häufeln" müssen, wenn sie sich nicht vermeiden lassen, entweder durch einen Piepton im WAV-Format ersetzt werden oder eine Verfremdung in Form von "h******" erfahren. Der Kraftausdruck "Scheiße" ist durch "Kruzitürken" auszutauschen. Eine Anhäufung von "Scheiße" ist durch "Kreuzigt die Türken" zu ersetzen.

Mindestens ein Redaktionsmitglied muss bis Jahresende ohne Nahrung in einem Plexiglasbehälter in zehn Metern Höhe über dem Potsdamer Platz verbringen. Passanten sind aufgefordert, den Behälter inkl. Insassen mit Abfällen zu bewerfen. Die Berliner Stadtreinigung stellt täglich drei volle Müllwagen als Nachschub. Die Redaktion trägt die Kosten der anschließenden Müllbeseitigung.

Rechtsbehelf:
Gegen diese richterliche Verfügung können Rechtsmittel eingelegt werden. Diese Rechtsmittel werden dann sorgfältig gepökelt, weil eine ev. Verhandlung erst in vier Jahren stattfindet. (zwei weitere Druckseiten Rechtsbehelf wurden von der Redaktion geschwärzt).

Unterschrift
Ronald Barnabas Schill, Richter Gnadenlos wieder im Amt, seit er sein stressbedingtes Furunkel nach der homophoben Pressekonferenz ausgedrückt hat.


Editorial

Liebe Freunde der Gagalogie,

wie Sie alle wissen, habe ich im Jahr 2000 meine Sommerferien...

Oh, da liegt ja ein Brief vom Hamburger Amtsgericht. Absender Ronald B. Schill. Seltsam. Hat er etwa sein stressbedingtes Furunkel nach der homophoben Pressekonferenz ausgedrückt und hat seine Tätigkeit als Richter Gnadenlos wiederaufgenommen.

Voice-gesteuertes-Schreibprogramm übersetzt Geräusche beim Brieföffnen "ritz, fetz, Brief-aus-Umschlag-rauszieh, les, schock, schluck".

Mehrfacher automatischer Zeilenbruch beim angeschlossenen Schreibprogramm durch zu lange Pause auf Grund kalten Entsetzens beim Chefredakteur.

Dieser lässt Wut durch lautes Fluchen freien Lauf. Das Voice-Programm schreibt mit: "Kreuzigt die Türken".

Die anschließende Zerstörungsorgie im eigenen Büro kann das Programm nicht mehr in Worte fassen.

Der Wortwechsel mit herbeigeeilten Mitarbeitern und die anschließende Fesselung des Chefredakteurs ging der Nachwelt leider verloren, weil auch der Computer bleibenden Schaden nahm.

Bevor ich weggeführt werde, möchte ich allen Lesern eine stressfreie Woche wünschen Stefan A. Gliech, Chefredakteur in Zwangsverwahrung


Leserbriefe

"NUR GAGA ODER GAGOLOGE"
Meine inzwischen sieben Jahre alte Tochter Svenja kann trotz intensiver Bemühungen meinerseits bisher nur drei Wörter fehlerfrei aussprechen: Mama, Papa und "gaga". Alle meine Freunde behaupten, sie sei ein wenig zurückgeblieben. Können Sie weiterhelfen?
Roswitha S., Berlin-Hellersdorf

Liebe Frau Strassmann,
bitte geben Sie die Hoffnung nicht auf. Ich betrachte dies als Ausdruck höchster Perfektion. Besser kann die gagaistische Lebensphilosophie nicht auf den Punkt gebracht werden. Ich eröffne daher - ganz in Ihrem Sinne - in ihrer Wohnung die erste Gagaistische Selbsterfahrungsgruppe. Bitte halten Sie zumindest ausreichend Getränke bereit, der Kühlschrank sollte gut gefüllt sein. Ihre Sitzmöbel und Teppiche sollten Sie allerdings mit Bauplane schützen. Der Bedarf an guten Therapieplätzen ist immens. Eine gagaistische Vorauseinheit wird morgen im Laufe des Tages ihr Wohnhaus mit Farbbeuteln markieren. Wenn ihnen der Andrang zu viel wird, sollten sie zu den unten genannten Zeiten bei den Nachbarn unterkommen. Eine Tonbandaufnahme mit den Worten ihrer Tochter wäre sehr hilfreich. Keine Sorge, ich werde auch anwesend sein. Ich bin Diplom-Psychologe mit eigener Praxis, seit ich von zu Hause ausgezogen bin!

Norman Bates, Diplom-Psychologe

Für alle Interessenten hier die vollständige Adresse für unseren neuen Treffpunkt:
Roswitha Strassmann
Neue-Platten-Allee 5678.2b
14999 Berlin-Marzahn

jeweils Mi 4:30 - 7:23 und Fr 22:18 - 23:17
da diese Termine noch nicht ganz feststehen, rufen Sie bitte regelmäßig bei Frau Strassmann an: 030-555 555 12

Frau Strassmann geht neuerdings nicht immer ans Telefon, vor allem wenn sie in der Badewanne oder dem Fernseher sitzt. Interessenten können es ruhig nach 23:00 Uhr versuchen. Da ist sie gestern immerhin 37x hintereinander rangegangen. Sogar noch um 4:35 wie ich meiner Telefonliste entnehme. Frau Strassmann hat offenbar Schlafstörungen, denn ansonsten hätte sie um diese Uhrzeit nicht mehr abgenommen. Als ich ihr eine Stunde später die Adresse eines befreundeten Therapeuten durchsagen wollte, war sie glücklicher Weise endlich eingeschlafen. Ich werde es dann heute Nacht wieder versuchen, der Frau muss doch geholfen werden.


Gagalogisches Scratch Book

"TROTZDES!"
unbekannter Komponist (rechtzeitig erschlagen)

"trotzdes" Trotzki ist die Sache im Blut ersoffen.
"trotzdes" Stalin hat der Eispickel seinen Weg nach Mexiko gefunden.
"trotzdes" Herbstaster, die da wartet auf eine Vase
"trotzdes" alle dem und alle dem...

danach reimt sich dann gar nichts mehr, aber weiter mit ...lalala...

... Komponist wurde an dieser Stelle von Gottfried Benn erschlagen.

Die Noten der letzten Strophe bestehen nur noch aus Blutstropfen.
Einzig erkennbar "trotzdes"

Gagaistischen Kampflied (Melodie: Oh, du schöne Moldau)
aus: Gesangbuch für Attentätern mit Bergsteigerausrüstung


Gagalogische Existenzformen

MITTEILUNGEN DES HOHEN RATES DER GAGALOGEN
Matthias Gliech
23.11.2003

Die gagalogische Lehre besagt, dass prinzipiell jede Existenzform eine gagalogische Seite hat, die aber in unterschiedlichem Maße ausgeprägt ist. Über den Entwicklungsstatus entscheidet der Hohe Rat der Gagalogen (Abk.: HRG). Die Phase der Begriffsbildung ist nicht abgeschlossen. Es können Anträge eingereicht werden, die in nach Regel der Gagalogie bewertet werden. Ein standardisiertes Antragsverfahren wird erarbeitet. Hinreichendes Beweismaterial muss beigebracht werden. Für folgende Anträge liegt eine Entscheidung vor:

DIE MARX-BROTHERS
Antragsteller: Matthias Gliech
Beweismaterial: Ihr Lebenswerk (der Name "Marx Brothers", die Filme, die Bücher, die beliebte Augenbrauen-Brille-Nase-Schnurrbart-Maske von Groucho Marx)
HRG-Entscheidung: angenommen. Status: gagalogischer Olymp

MARTIN HEIDEGGER
Antragsteller: Oliver Gliech
Beweismaterial: Der Satz "Das Sein ist die Dimension des Ekstatischen der Eksistenz"
HRG-Entscheidung: bis auf weiteres abgelehnt.
Begründung: Satz wird als verklemmte Äußerung bemerkenswerter, sexueller Erfahrungen Heideggers bewertet.
Revisionsmöglichkeiten: Eine Wiederaufnahme des HRG-Verfahrens erfordert eine ausführliche IRG-Begründung

IMMANUEL KANT
Antragsteller: Dietrich Nummert
Beweismaterial: wurde zwar telefonisch beigebracht. Leider hatte sich der Azubi in der Telefonzentrale der HRG-Kommission nur unzureichende Gesprächsnotizen gemacht.
HRG-Entscheidung: vorläufig abgelehnt, an HRG-Expertenrat verwiesen

Ron Jeremy, L.A. Kalifornien, Schmutz-und-Schund-Berater, Erstgutachten:
Immanuel K. - später unter dem Pseudonym Larry Flint bekannt geworden - trug bei Gerichtstermine gerne Windeln. Er verbrachte den Großteil seines Lebens im Gefängnis und/oder im Rollstuhl. Auf Grund der hohen Morphium-Dosen lange Zeit nur gaga. Nach Entzug eine zeitlang knallharter Geschäftsmann. Die Entscheidung, die Leitung seiner Firma in die Hände seiner Tochter zu legen (ich glaube jedenfalls, dass es seine Tochter war), kann wiederum nur als völliger Schwachsinn bewerten.
Ich empfehle, den Antrag abzuweisen.

Rainer S., Student der Geschichtswissenschaften, 1. Semester, Vermittlung über die Tusma, Zweitgutachten:
Immanuel Kant, polnischer Schreiner, Krakau, *1953
Mir ist völlig unklar, warum sich der HRG mit Handwerkern beschäftigt. Sein einziges Hobby war die Anfertigung kleiner Weihnachtsmann-Holzfiguren, von denen ich eine während eines Polenaufenthalts mitgebracht habe.
Ich empfehle in Antrag abzuweisen und bitte gleichzeitig 7,46 € meinem Girokonto gutschreiben zu lassen.

Gagalogischer Überwachungsverein (GÜV) Berlin-Brandenburg, Drittgutachten:
GÜV-Prüfbericht 21.11.2003:

Immanuel Kant war ein cybernetischer Organismus der Baureihe K.A.N.T-1724/04

Der gut erhaltene Chassis und Teile seiner Gedächtnismatrix wurden am 19.11.2003 durch einen GÜV-Mitarbeiter in der brandenburgischen Ortschaft Prötzel ausfindig gemacht werden.
Lage: 3,5 Meter nordöstlich des Eingangsbereiches des ehem. VEB-Kombinats Kloppskneterei-Walter-Ulbricht.

Der Chassis und die Gedächtnismatrix wurden für weitere Untersuchung in unsere Prüflabors verbracht. Des weiteren wurden an besagtem Ort Reste einer Perücke gefunden.

Die Auswertung der Gedächtnisprotokolle hat folgendes ergeben:
Die Baureihe K.A.N.T-1724/04 wurde von vorlonischen Wissenschaftlern zur Untersuchung menschlichen Verhaltens konstruiert. Die Vorlonen betrieben nahe Königsberg ein getarntes Labor.

Kurz nach Fertigstellung schoben sie den K.A.N.T-1724/04 einer Familie mit zehn Kindern unter. Die Familie bemerkte sofort das unbeholfene Verhalten und seine Größe von 1,64 Meter. Aber ihr strenger christlicher Glaube befahl ihnen, alle Geschöpfe Gottes zu lieben. Die Mutter schloss den K.A.N.T-1724/04 schnell ins Herz, weil er sich im Haushalt nützlich machte. Da die Vorlonen damals nur rudimentäre Kenntnisse der menschlichen Sprache hatten, sprach der K.A.N.T-1724/04 lange nur vorlonisch. So taugte er kaum als Spielkamerad für die zehn Kinder. Nur die Mutter unterhielt noch mit ihm, nannte ihn Immanuel und verdeckte die Antennen mit einer Perücke. Dadurch war die Verbindung zur Vorlonenstation so gestört, dass diese ihr Experiment vorzeitig abbrachen und nun die Eskimos belästigten.

Der aufgegebene K.A.N.T-1724/04 musste nun alleine zurechtkommen und lernte verschiedene Sprachen. Er sprach aber immer mit einem derartig starken vorlonischen Akzent, dass ihn praktisch niemand verstand.

Im Jahr 12 nach seiner Fertigstellung verließ der K.A.N.T-1724/04 erstmals das Haus, da er nur geradeaus und nach links rollen konnte, scheitere er bereits nach 37 Metern an einer Mauer, die die Straße zu einer Sackgasse machte. Nachbarn bewarfen Vergnügen den K.A.N.T-1724/04 zum mit Gemüseresten.

Drei Jahre später unterstützte die treusorgende Mutter den zweiten Versuch. Leider bog der K.A.N.T-1724/04 zehn Zentimeter vor der nächsten Straßenkreuzung ab und stand nun wieder vor einer Wand. Seine Berechnungsroutinen hatten aufgrund der verwirrenden Vielzahl an Maßeinheiten einen Fehler verursacht. In den kommenden Jahrzehnten stellte er umfangreiche Neuberechnungen an. Der lernte alles über die Menschheit und verdiente seinen Lebensunterhalt als Schachcomputer.

Als seine Mutter starb, konnte er ihr sogar einen Marmorgrabstein kaufen. In goldenen Letter stand: "Ruhe in Frieden, liebe Mutti" und darunter "Immanuel K.A.N.T-1724/04".

K.A.N.T-1724/04's Freundeskreis wuchs stetig, als er sein Schachprogramm so modifizierte, dass die Schwierigkeitsgrade von den Gegnern einstellbar waren. Und er machte sich einen Spaß daraus, von Zeit zu Zeit vorlonische Subroutinen zu aktivieren. Dabei kamen stets aberwitzige Theorie zum Vorschein und die Schachgemeinde war so begeistert, dass auch örtliche Professoren aufmerksam wurden. Die notierten eifrig mit und schicken die Manuskripte an verschiedene Herrscherhäuser. Darunter schrieben sie stets: Immanuel Kant.

Das Preußische Herrscherhaus war lange das Lieblingsziel der Professoren-Streiche. 1804 wurde es dem König entgültig zu bunt und er schickte einen Boten nach Königsberg, um Immanuel Kant aufzufordern, seine Briefattacken endlich zu beenden. Als der Bote an die Tür des K.A.N.T-1724/04 klopfe, lud dieser ihn zu einer Partie Schach ein. Der Bote konnte geschickt das Vertrauen des Androiden gewinnen und so erzahlte der K.A.N.T-1724/04 zum ersten Mal seit Fertigstellung seine Lebensgeschichte. Der Bote wollte zuerst kein Wort glauben, aber als der Androide seine Tarnperücke abnahm, bestand kein Zweifel mehr. Der Bote überrede den K.A.N.T-1724/04 ihm nach Berlin zu folgen, denn ansonsten würde die Geschichte niemand glauben.

Der K.A.N.T-1724/04 verließ zusammen mit dem Boten des Königs von Preußen auf immer seine Heimatstadt. Kurz vor Berlin machten beide in Prötzel halt. Er Bote hatte Hunger. Auf der Karte stand das Tagesgericht "Königsberger Klopse" und um den Schein zu wahren, bestellte der Androide die Speise seiner Heimatstadt. Nur leider reagierte bereits der erste Klops bereits so heftig mit dem vorlonischen Servo-Öl, dass schon bald der K.A.N.T-1724/04 lichterloh brannte. Nur nicht brennbare Überreste blieben übrig. Als Beweis entnahm der Bote ein paar Bauteile und Befahl dem Wirt den Rest vorerst zu vergraben. Er sagte zu dem Wirt: "Wenn dir dein Leben lieb ist, dann verlasse Prötzel."

Der Wirt tat wie ihm befohlen, ließ sich eine Bart stehen und setzte sich in Schönfeld zur Ruhe. Dort gründete er eine Familie.

Der Bote trat etwas später vor den König von Preußen und versuchte die Geschichte zu erzählen. Doch bereits nach dem zweiten Satz war er entlassen. Zumindest die Scherzbriefe aus Königsberg hörten schlagartig auf. Der Bote ließ sich vor den Toren der Stadt nieder. Er versuchte bis an sein Lebensende vergeblich eine Schachmaschine zu bauen und starb völlig verarmt..."

Anmerkung zum Prüfbericht: Mit der GÜV-Messtechnik lassen sich gegenwärtig, keine weiteren Ergebnisse erzielen.

GÜV-Empfehlung: Ein abschließendes Urteil nicht gefällt werden. Wir empfehlen, weitere Messergebnisse abzuwarten.


Eine dringende Bitte von einer überwiegenden Mehrheit der Kommissionsmitglieder:
Wir fordern alle Antragsteller auf, sich bei der Beweisführung etwas mehr Mühe zu geben. Kommen Sie uns nicht permanent mit Ihren Philosophen. Die meisten waren ziemlich arme Schweine, die ihren kärglichen Lebensunterhalt damit fristeten, offensichtlich schwachsinnige Aussagen zur Belustigung der Bildungseliten ihrer jeweiligen Epoche so kompliziert wie möglich zu formulieren, damit diese ihnen wenigstens einmal pro Woche ein paar Münzen oder Essensreste zuwarfen.

Daher sind für die kommenden drei Monate solche Personen vom Bewertungsverfahren ausgeschlossen, die als selbstgewählte Berufsbezeichnung "Philosoph" tragen. Gestattet sind weiterhin Clochard-Philosophen von Range eines Diogenes.

Auch kommunistische Rädelsführer sind vorerst ausgeschlossen. Die müssen erst in der Hölle gut durchbraten, bevor sie sich wieder zu Wort melden dürfen. Über andere Blutsäufer wie Graf Dracula oder Attila könnten wir reden. Da gibt es kein eindeutiges Votum.

Die Kommission denkt momentan eher an Extremgagaisten wie den Marquis de Sade oder Vincent van Gogh. Wenn zu diesen Herren kein Antrag erfolgt, entscheidet der Hohe Rat der Gagalogen möglicherweise eigenmächtig. Es soll sich dann niemand im Nachhinein beschweren. Wir haben euch vorher gewarnt!


Neuste Nachrichten aus Pisa

KNOBELN MIT NINA
Matthias Gliech aka. Der freie Journalist ohne moralische Wertmaßstäbe
15.11.2003
Freigabekriterien für diesen Artikel: Nina: "Ach, halt doch endlich die Fresse!" M.Gliech wertet dies als "Ja"

Rechenaufgabe gefunden auf einem Einkaufszettel von Nina an Matthias:
"1 x Tomaten" (Kombination eines Singulars mit einem Plural)

Ergebnismöglichkeiten:
Das kostenbewusste Mathematikgenie weiß, dass es das ausgelegte Geld ohnehin nicht zurückbekommt. Es kauft zwei Tomaten und kriegt bei der Warenübergabe mörderischen Ärger. Nina: "Du bist zu dumm zum Einkaufen." Nina vollführt Veitstanz. Der Mathematiker schmollt.

Der gagalogisch geschulte Mathematiker weiß, dass er das ausgelegte Geld ohnehin nicht zurückbekommt. Er kauft sechs Tomaten. Bei der Warenübergabe herrscht Einvernehmen. Nina schaut zufrieden "Schnulleralarm". Der schlaue Mathematiker isst vier Tomaten heimlich auf.


Universitätsaushang

PFLICHTVERANSTALTUNG
Der Dekan
20.11.2003

Veranstaltungsdaten
Fach-Bereich: Kommunikationswissenschaften
Gast-Professor: Prof. Dr. irg. Ali G in da House
Ort: TV, Viva, Ali G. Show
Termin: jeweils Mi 21.00 - 21.30 Uhr
Abwesenheit führt zu Punktabwertung

Prof. Dr. irg. Ali G ist der Großmeister der gagalogischen Kommunikation

Er tritt vorzugsweise in der Verkleidung eines Getto-HipHoppers auf.
In diesem Gewand und dessen Geist interviewt der mit absoluter Konzentration die Großen dieser Welt. Sein jüngstes Opfer: James Baker (Ex-Außenminister der USA), den er zum Irakkrieg des früheren Präsidenten George Bush sen. befragt.

Er tritt auch gerne in der Rolle des homosexuellen Österreichers Brüno in Erscheinung. In dieser Funktion rückt er muskulösen Footballspielern und NRA-Mitgliedern zu Leibe. Er verteilt dann sehr freigiebig Komplimente angesichts ihrer ausgeprägt männlichen Erscheinung und fragt sie gelegentlich, ob sie ihn auch schön finden. Der Professor riskiert damit regelmäßig sein Leben.


Hausmitteilung

SCHLECHTE BOTEN - GUTE BOTEN
Es klingelt an der Tür. Das dringende Zeichen an alle Redakteure in den kommenden fünf Minuten ihre Artikel druckreif zu bekommen. Die freundliche Praktikantin - nach eindringlicher Befragung durch den Verlagsleiter seit gestern mit im Team - öffnet die Tür. Vor ihr steht der obdachlose M., der die erste Ausgabe unters Volk bringen sollte. Er ist völlig betrunken und hält sich im Türrahmen nur mühselig aufrecht . Zur Begrüßung muss er sich übergeben. Die unerfahrene Praktikantin ist danach kaum wiederzuerkennen. Der Verlagsleiter erweist sich aber als so ritterlich und unterstützt sie nach einer notdürftigen Reinigung durch den Hausmeister bei der Wäsche ihrer Bluse. Das einzige Bad mit Klo im Hause ist seither blockiert. Der Hausmeister besorgt einen Eimer für besonders unruhige Mitarbeiter. Die Kaffeeküche wird vorübergehend zum Abort erklärt.

Die ältere Dame aus der Buchhaltung, die das Los getroffen hatte, bis Sylvester im Plexiglas-Behälter zu verbringen, erklärt dem obdachlosen M. die Vorzüge seiner neuen Behausung. Dieser stimmt dem geplanten Handel unter zwei Bedingungen zu:

Der Deal steht somit und M. verschwindet bis zum Neuen Jahr. Nur für den Vertriebsleiter ist die Situation sehr unbefriedigend. Der Fortbestand des Blattes steht auf dem Spiel, wenn nicht mindestens fünf Exemplare verkauft werden.

Es klingelt an der Tür. Die Rettung naht in Form eines Zeugen Jehovas. Der Vertriebsleiter empfängt ihn sehr warmherzig und hört zwei Stunden aufmerksam zu, bis auch die Lokalredaktion endlich fertig ist. Doch der Bericht über die haarsträubenden Bedingungen bei den Berliner Klärwerken ist so fäkal, dass er mit dem Kommentar "Kruzitürken" an den Schmierfinken zurückgereicht wird. So kann der Bericht jedenfalls nicht erscheinen.

Der Vertriebsleiter ist erleichtert, kauft dem Jehova-Zeugen aus eigener Tasche die Gesamtauflage ab und schiebt ihm mit 20 Exemplaren zurück auf die Straße. Dort steht der Zeuge nun und hält die 2. Ausgabe unserer kleinen Zeitung in die Höhe. Nur der Mann mit dem "Straßenfeger" wird langsam sauer über so viel Konkurrenz. Er arbeitet in Gedanken schon an einem Racheplan.


Rubriken

NACHSCHLAG MIT CHIANTI
Die Redaktion entschuldigt sich vielmals für die zahlreichen Druckfehler in der letzten Ausgabe. Unser Lektor wurde uns ohne unser Wissen vom fahrbaren Mittagstisch am Samstag vor acht Tagen geliefert. Die Speisen waren ungewöhnlich kultiviert. Die Nachricht über die Begleitumstände für seines unentschuldigtes Fehlen erreichten uns leider erst man Mittwoch. Da war der gute leider schon verdaut.



Impressum
Gagalogia
Wilmersdorfer Straße 94 - 10629 Berlin
Tel. ++49 30 49893414
Email: gagalogie@uniterra.de

Herausgeber: Rudolf Gliech (1964 - 2003) R.I.P.
Chefredakteur: Stefan Gliech (V.i.S.d.P.) in Zwangsverwahrung

Der ganze Rest vom Schützenfest
Matthias Gliech

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